Zum Hauptinhalt springen

Allianz sichere Stromversorgung
Nuklearforum Schweiz
Frohburgstrasse 20
4600 Olten

info@strom-sichern.ch

Wie gut werden die Sicherheitsanforderungen eingehalten?

In der Schweiz überwacht das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) die Sicherheit von Atomkraftwerken. Die Behörde hält fest, dass die Sicherheitsanforderungen im internationalen Vergleich sehr hoch seien.[1] Im Jahr 2025 haben die Schweizer Kernanlagen die Sicherheitsvorgaben für den Betrieb eingehalten, wie ein Bericht des ENSI zeigt.[2] Die Kernkraftwerke sind so gebaut, dass sie der Betriebsmannschaft selbst bei schweren Störfällen genügend Zeit für gezielte Eingriffe lassen. Die Sicherheitssysteme sind so ausgelegt, dass sie auch schwere Störfälle beherrschen, die bei der Planung der Anlage berücksichtigt wurden (sogenannte Auslegungsstörfälle).[3] Zudem arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure seit Beginn der Kerntechnik daran, die Sicherheit der Kernkraftwerke weiter zu verbessern. Neue Forschungserkenntnisse fliessen in Modernisierungen ein, sodass die Anlagen stets auf dem aktuellen Stand der Nachrüstungstechnik bleiben. Zu den laufenden Massnahmen für einen sicheren Betrieb gehören[4]:

  • Betrieb der Kernkraftwerke nach strenger Gesetzgebung und präzisen Richtlinien auf Basis technisch-wissenschaftlicher Grundlagen.
  • Transparente Darstellung der Sicherheitsanforderungen und Kriterien für die Arbeit der Aufsichtsbehörde.
  • Aufsicht durch die Kontrollbehörde ENSI über regelmässige Inspektionen und periodische Sicherheitsüberprüfungen.
  • Gute Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden der Kernkraftwerke einschliesslich regelmässiger Prüfungen.
  • Investitionen in die Sicherheit, sodass die Anlagen stets auf dem Stand der Nachrüstungstechnik sind.
  • Auslegung der Sicherheitssysteme der Kernkraftwerke: Auslegungsstörfälle werden so beherrscht, dass keine schwerwiegenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt entstehen.
  • Mehrfache und voneinander unabhängige Sicherheitssysteme – beispielsweise Notkühlsysteme – gewährleisten die Sicherheit auch dann, wenn einzelne Teile versagen oder ein ganzes System ausfällt.
  • Schutz durch mehrere hintereinanderliegende Barrieren, die auch bei einem schweren Unfall den Austritt von radioaktiven Stoffen in die Umwelt begrenzen.
  • Autarke, gebunkerte Notstandssysteme bieten einen sehr hohen Schutzgrad gegen externe Ereignisse wie Erdbeben und Überflutung. Sie übernehmen die wichtige Wärmeabfuhr der Reaktoren, sollten die übrigen Kühlsysteme versagen.
  • Wasserstoff-Rekombinatoren tragen bei einer Kernschmelze dazu bei, Wasserstoffexplosionen und somit Schäden an den Barrierensystemen zu verhindern.
  • Aus Störfällen und Fehlern lernen Kerntechniker weltweit. Die Kernkraftwerke in der Schweiz pflegen eine offene Fehlerkultur und einen intensiven Erfahrungsaustausch.