Bis 2050 soll die Stromversorgung CO₂-frei bleiben und ausgebaut werden. Der Plan des Bundes (Energiestrategie 2050) von 2017 setzt auf massiven Zubau von Solar-, Wind- und Wasserkraft, Steigerung der Energieeffizienz und ein Verbot neuer Kernenergie. Bestehende Kernkraftwerke werden so lange betrieben, wie sie sicher sind. Die zugrunde liegenden Energieperspektiven 2050 des Bundes gingen jedoch davon aus, dass die Schweiz insbesondere im Winter auf erhöhte Stromimporte angewiesen bleibt und dass je nach Szenario auch Gaskraftwerke zur Sicherung der Versorgung eingesetzt werden.[1] In den Jahren nach Inkrafttreten der Energiestrategie zeigte sich jedoch bald, dass der Ausbau der Erneuerbaren langsamer verlief als erwartet, viele Projekte wegen Einsprachen und Bewilligungsverfahren verzögert wurden, die Winterstromversorgung ein ungelöstes Problem darstellt und Elektrifizierung und Digitalisierung den Strombedarf stärker wachsen lassen als ursprünglich angenommen. Die Energiekrise 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine rückte die Frage der Versorgungssicherheit noch akuter in den Vordergrund.