Neben den Umsetzungsproblemen, resp. den sehr ambitionierten Zielen der Energiestrategie 2050 und des Stromgesetzes hat die Energiekrise 2022 sofortigen Handlungsbedarf aufgezeigt. Die reduzierte Verfügbarkeit französischer Kernkraft, die Unsicherheiten in der europäischen Gasversorgung und die ungenügende inländische Winterstromproduktion haben die importabhängige Schweiz vor Probleme gestellt. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom warnte vor einer Mangellage und empfahl den kurzfristigen Aufbau von 400 MW thermischer Reserveleistung, sowie 700 bis 1400 MW ab 2030.[1] Auf dieser Grundlage hat der Bundesrat per Notrecht drei Gaskraftwerke bewilligt und die Vorhaltung einer Wasserkraftreserve veranlasst. Die Kosten dieser Massnahmen in den Jahren 2023 bis 2026 wurden auf 2 Mrd. CHF geschätzt.[2] Für die Finanzierung der Reserve-Gaskraftwerke ab 2030 beantragt der Bundesrat zusätzlich vom Parlament rund 2.3 Mrd CHF.[3]