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Perspektive schafft Sicherheit.

Die Aufhebung des Verbotes stärkt den Langzeitbetrieb 

Mit der Aufhebung des Verbotes erhält die Atomkraft in der Schweiz wieder eine Perspektive. Damit entstehen erneut Anreize, Ausbildung und Forschung weiterzuführen und spezialisierte Unternehmen langfristig im Schweizer Kernenergiemarkt zu halten. Technologieoffenheit führt nicht zwingend zu einem Neubau, sendet aber ein entscheidendes Signal an Hochschulen, Unternehmen sowie heutige und künftige Fachkräfte: Dieses Wissen wird auch morgen noch gebraucht. Davon profitieren die bestehenden Anlagen bereits heute.

  • Qualifizierte Fachkräfte sind Voraussetzung für den sicheren und zuverlässigen Betrieb, die laufende Nachrüstung und die Aufsicht.
  • Das Neubauverbot lässt den Schweizer Markt für spezialisierte Zulieferer langfristig schrumpfen. Mit der Aufhebung des Verbotes entsteht wieder eine langfristige Geschäftsperspektive. So bleiben Bauteile, Prüfleistungen und Fachwissen verfügbar, die auch für Wartung und Nachrüstung der bestehenden Anlagen benötigt werden.
  • Solange neue Atomkraftwerke verboten sind, verliert das Forschungsgebiet an Perspektive und Attraktivität für Hochschulen und Nachwuchskräfte. Die Aufhebung des Verbotes gibt Forschung und Ausbildung wieder einen langfristigen Auftrag. Das erhält Wissen und Erfahrung, welche unmittelbar für die Beurteilung, Nachrüstung und den sicheren Langzeitbetrieb der bestehenden Anlagen gebraucht werden.
  • Ohne Perspektive würde das Berufsfeld Kernenergie an Attraktivität verlieren. Das würde gerade jene Anlagen schwächen, die noch über Jahrzehnte einen wesentlichen Teil des Schweizer Stroms liefern sollen.

Häufige Fragen

Konkurrenzieren neue Atomkraftwerke die Erneuerbaren?

Nein. Der Bundesrat hält ausdrücklich fest, dass der Zubau erneuerbarer Stromproduktion konsequent weiterverfolgt werden soll und dass erneuerbare Energien und neue Kernkraftwerke einander nicht ausschliessen. Kernkraft wäre nicht Ersatz für den Ausbau der Erneuerbaren, sondern eine langfristige Rückversicherung, falls Erneuerbare, saisonale Speicher und andere klimafreundliche Optionen nicht ausreichen.[1]

Welchen Beitrag leisten Erneuerbare im Winter?

Die Erneuerbaren leisten zwar einen wachsenden Beitrag an die Winterstromversorgung, besonders in den Monaten Oktober und März. Ein weiteres starkes Wachstum ist aber wegen verschiedenen Faktoren schwierig. Bislang konnten die gesetzlichen Zubauraten nicht eingehalten werden, um die Ziele für 2035 und 2050 zu erreichen.[1] Regulierung, Bewilligungsverfahren und Finanzierung spielen ebenso eine Rolle wie Umweltschutz, Flächenverbrauch und technisch-physikalische Grenzen. Ein weiterer Ausbau der Erneuerbaren ist für eine nachhaltige Winterstromversorgung zwar wichtig. Aber ausschliesslich mit Erneuerbaren ist Versorgungssicherheit voraussichtlich nicht zu vertretbaren Kosten realisierbar. Deshalb enthielt bereits die Energiestrategie 2050 Überlegungen zu Gaskraftwerken für den Winter und einer verstärkten Importabhängigkeit.[2]

Sind Atomkraftwerke umweltfreundlich?

Ja, Kernenergie ist vergleichsweise sehr umweltfreundlich. Bei Indikatoren zu Treibhausgasen, Landbedarf, Wasser oder Schaden am Ökosystem sind die Umweltauswirkungen bei Kernkraftwerke tiefer als bei allen anderen Technologien.[1] Speziell fällt bei Kernkraftwerke der radioaktive Abfall an. Für die langfristige Entsorgung dieser Abfälle hat die Schweiz ein Projekt aufgegleist (geologisches Tiefenlager), das unabhängig von der Zukunft der Kernenergie umgesetzt wird. Es ist beispielsweise auch nötig um radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung oder Industrie sicher zu lagern. Dieses Tiefenlager ist über die Gestehungskosten und die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds vorfinanziert.[2]

Was sind die Alternativen zu Atomkraftwerken?

Alternativen zu neuen Atomkraftwerken sind ein sehr starker Ausbau von Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft, mehr Speicher und Netze, Drosselung des Stromverbrauchs sowie Gaskraftwerke. Keine Option ist ohne Zielkonflikte: Erneuerbare brauchen Flächen, Netze und Flexibilität; Importe setzen verfügbare Auslandkapazitäten voraus; fossile Gaskraftwerke stehen ohne klimaneutrale Brennstoffe, CO2-Abscheidung oder Kompensation im Konflikt mit Netto-Null 2050.[1] Generell sind Szenarien mit zentralen Grosskraftwerken volkswirtschaftlich günstiger als mit einer Maximierung der dezentralen Kleinanlagen (Dachsolar, Wind).[2] Axpo hat ausserdem berechnet, dass eine Versorgung mit Erneuerbaren, Kernkraftwerken und rund 15 Mrd. CHF günstiger käme als eine Versorgung mit Erneuerbaren und Gas.[3]

Was beinhaltet das Stromgesetz 2024?

Aufgrund der Umsetzungsprobleme der Energiestrategie 2050 und des veränderten Umfelds haben Parlament und Volk 2024 mit der Annahme des «Stromgesetzes» reagiert. Diese Vorlage definiert Ausbauziele für Erneuerbare bis 2035 und 2050 vor, baut die Förderinstrumente aus, strafft Verfahren, regelt den Eigenverbrauch, lokale Elektrizitätsgemeinschaften und Flexibilitäten. Ein «runder Tisch Wasserkraft» sollte zudem Kompromisse zwischen Umweltorganisationen und Energieversorgern ermöglichen, damit die Winterstromversorgung gestärkt wird. 16 Projekte sollten ursprünglich bis 2040 rund 2 TWh zusätzliche saisonale Winterproduktion liefern. Gemäss einer Umfrage des BFE bei den Projektträgern von 2025 werden jedoch bis 2040 voraussichtlich nur etwa 1,1 TWh erreicht und selbst im Endausbau nur rund 1,5 TWh. Der Bundesrat kam deshalb zum Schluss, dass die Projektliste ergänzt oder angepasst werden muss.[1]