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Allianz sichere Stromversorgung
Nuklearforum Schweiz
Frohburgstrasse 20
4600 Olten

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Option schaffen. Einlösen, wenn nötig.

Die Schweiz sollte handlungsfähig bleiben

Der Strombedarf wird wegen KI und Digitalisierung in den kommenden Jahrzehnten massiv wachsen. Auf welche Erzeugungsarten wir in einigen Jahrzehnten setzen, bleibt offen. Deshalb sollte die Schweiz ihre Möglichkeiten erweitern, statt sie gesetzlich unnötig einzuschränken. Ein neues Kraftwerk würde weiterhin ein eigenes, mehrstufiges Bewilligungsverfahren durchlaufen.

  • Ein Ja löst weder einen Bauentscheid aus.
  • Ein Ja schafft die Möglichkeit, über konkrete Projekte abzustimmen.
  • Über ein konkretes Projekt würde erst entschieden, wenn Technik, Kosten, Sicherheit, Standort und Bedarf bekannt sind.
  • Die Aufhebung des Verbotes erlaubt der Schweiz, später aufgrund der tatsächlichen Versorgungslage zu entscheiden.
  • Die Option Kernenergie offenhalten heisst, Verantwortung für die langfristige Stromversorgung zu übernehmen. Künftige Generationen werden dankbar sein, wenn sie weiterhin über die Option Atomkraft in der Schweiz entscheiden können.

Häufige Fragen

Wie viel sicherer sind moderne Atomkraftwerke?

Moderne Reaktoren sind gegenüber älteren Anlagen auf strengere Sicherheitsziele ausgelegt. Wichtig sind zusätzliche Barrieren, passive Sicherheitssysteme, bessere Beherrschung schwerer Störfälle und strengere Aufsicht. In der Schweiz müssen bestehende Anlagen laufend nachgerüstet werden; das ENSI überwacht Sicherheit und Sicherung. Für grosse Reaktoren der Generation III+ und kleine, modulare Reaktoren (SMRs) gilt: Viele Konzepte sorgen generell für erhöhte Sicherheit, der konkrete Nachweis erfolgt aber jeweils im Bewilligungsverfahren, also bspw. anhand eines allfälligen Neubauprojekts in der Schweiz.[1]

Ist die Atommüll-Problematik in der Schweiz gelöst?

Finanziell und technisch ja, politisch noch nicht. Die Schweiz verfügt im internationalen Vergleich über ein strenges Verursacherprinzip. Die Betreiberinnen von Atomkraftwerken müssen die Kosten für Stilllegung und Entsorgung tragen. Dafür äufnen sie seit Jahren einerseits einen Entsorgungsfonds (Abfälle und abgebrannte Brennelemente) und einen Stilllegungsfonds (Rückbau der Anlagen). Die Finanzierung erfolgt über die Gestehungskosten und damit in die Strompreisbildung. Beide Fondsbestände lagen zuletzt über dem gesetzlichen Soll.[1] Die Schweiz hat sich für die geologische Tiefenlagerung als langfristige Entsorgungslösung entschieden, bei der die radioaktiven Abfälle tief unter dem Erdboden in eine geeignete Gesteinsschicht eingeschlossen werden. Das Projekt befindet sich nicht mehr in der Grundlagenforschung, sondern in einem fortgeschrittenen Bewilligungsverfahren. Die Nagra hat nach ausführlichen Untersuchungen den Standort Nördlich Lägern vorgeschlagen.[2] Der politische Prozess zur Erteilung der Rahmenbewilligung für das Tiefenlager muss noch durchlaufen werden. Bis zur Realisierung lagern die bestehenden Abfälle im oberirdischen Zwischenlager Würenlingen.[3] Andere Länder sind weiter: Finnland verfügt bereits über ein geologisches Tiefenlager, Schweden ist dabei eines zu bauen. Mit Implenia ist ein Schweizer Unternehmen am Bau beteiligt.[4] Auch Österreich, das über keine Kernkraftwerke verfügt, braucht ein entsprechendes Lager für Abfälle aus Forschung und Industrie.[5]

Welche Länder bauen neue Atomkraftwerke?

Aktuell befinden sich weltweit 79 Reaktoren im Bau und weitere rund 120 in Planung.[1] Neben Ländern wie China, Indien, den USA, Japan oder Südkorea treiben auch europäische Staaten (Frankreich, Grossbritannien, Polen, Schweden, Finnland, Tschechien, die Niederlande, etc.[2]) den Bau neuer Kernkraftwerke voran oder prüfen entsprechende Projekte.[3] Die EU sieht Kernenergie als Schlüsseltechnologie zur Erreichung der Klimaziele.[4] Aus diesem Grund hat die EU im Rahmen des «Net Zero Industry Act» auch entschieden, ihre Produktionskapazitäten für Kernenergietechnologie auszubauen.[5] EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Atomausstieg zuletzt als «strategischen Fehler» einzelner europäischer Länder.[6] Zahlreiche europäische Länder erwägen, die Stromerzeugung aus Kernkraft zu verlängern, wieder aufzunehmen oder neu einzuführen. Selbst Dänemark, das über keine Kernkraftwerke verfügt und einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien erzeugt, hat dieser Technologie die Tür geöffnet.[7]

Was bedeuten die Bezeichnungen Gen III, Gen III+ oder Gen IV Atomkraftwerke?

Kernenergie ist heute eine dynamische Technologie, die sich rasant weiterentwickelt. Generation III bezeichnet bestehende Leichtwasserreaktoren; Generation III+ steht für neue Reaktoren mit weiter verbesserten Sicherheitskonzepten, etwa zusätzliche passive Sicherheitssysteme und robustere Auslegung. Generation IV bezeichnet grundlegend neue Reaktorkonzepte, zum Beispiel schnelle Reaktoren, Hochtemperaturreaktoren oder Salzschmelzereaktoren. Sie zielen unter anderem auf bessere Brennstoffnutzung, höhere Temperaturen, weniger langlebige Abfälle oder neue Anwendungen, sind aber grossenteils noch nicht kommerziell breit verfügbar.[1][2][3][4] Sollte die Schweiz das Kernenergieverbot aufheben und neue Kraftwerke konkret planen, kommen nur neue Technologien (mindestens Generation III+) in Frage.

Was sind “Small Modular Reactors”?

Small Modular Reactors (SMR) sind kleinere, modular kombinierbare Reaktoren, mit typischerweise bis etwa 300 MWe elektrischer Leistung. Sie sind einfacher aufgebaut, setzen auf Serienfertigung und sind flexibler einsetzbar, was zu tieferen Kosten führt. Dazu tragen standardisierte Module, Vorfertigung in Fabriken, kleinere Einheiten, potenziell kürzere Bauzeiten bei. Zugleich lassen sich SMRs flexibel und lokal einsetzen, etwa zur Erzeugung von Strom, Fernwärme, Prozesswärme oder Wasserstoff.[1][2]