Neue Technologien bieten zusätzliche Möglichkeiten
Neue Reaktorkonzepte werden mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen entwickelt. Dazu gehören etwa passive Sicherheitssysteme, die wichtige Funktionen stärker durch Schwerkraft, Druckunterschiede oder natürliche Zirkulation erfüllen können. Je nach Technologie können Brennstoffe zudem effizienter genutzt und bestimmte Abfallströme reduziert werden.
- Die Schweiz ist ein Land der Innovation. Mit einer Aufhebung des Technologieverbotes stärken wir auch den Forschungsstandort Schweiz.
- Jedes Projekt müsste weiterhin sämtliche Schweizer Sicherheitsanforderungen erfüllen und ein mehrstufiges Bewilligungsverfahren durchlaufen.
- Ob sich eine neue Technologie für die Schweiz eignet, kann erst anhand eines konkreten Projekts, seiner Kosten und seiner Sicherheitsnachweise beurteilt werden.
- Ein pauschales Verbot verhindert bereits diese Prüfung und nimmt künftige technische Entwicklungen vorweg. Ein Technologieverbot wirkt hier wie ein Denkverbot. Und Denkverbote sind unschweizerisch.
Häufige Fragen
Moderne Reaktoren sind gegenüber älteren Anlagen auf strengere Sicherheitsziele ausgelegt. Wichtig sind zusätzliche Barrieren, passive Sicherheitssysteme, bessere Beherrschung schwerer Störfälle und strengere Aufsicht. In der Schweiz müssen bestehende Anlagen laufend nachgerüstet werden; das ENSI überwacht Sicherheit und Sicherung. Für grosse Reaktoren der Generation III+ und kleine, modulare Reaktoren (SMRs) gilt: Viele Konzepte sorgen generell für erhöhte Sicherheit, der konkrete Nachweis erfolgt aber jeweils im Bewilligungsverfahren, also bspw. anhand eines allfälligen Neubauprojekts in der Schweiz.[1]
Weltweit werden heute Reaktoren von Unternehmen und Konsortien aus Korea, Frankreich, Japan, Russland, China, den USA und Grossbritannien entwickelt oder gebaut. Bei SMR und fortgeschrittenen Reaktoren sind unter anderem Rolls-Royce SMR, GE Vernova Hitachi Nuclear Energy, NuScale, TerraPower, X-energy, Kairos Power, Holtec, Westinghouse, EDF/Framatome, KHNP, Rosatom und chinesische Anbieter aktiv.[1][2][3]
Kernenergie ist heute eine dynamische Technologie, die sich rasant weiterentwickelt. Generation III bezeichnet bestehende Leichtwasserreaktoren; Generation III+ steht für neue Reaktoren mit weiter verbesserten Sicherheitskonzepten, etwa zusätzliche passive Sicherheitssysteme und robustere Auslegung. Generation IV bezeichnet grundlegend neue Reaktorkonzepte, zum Beispiel schnelle Reaktoren, Hochtemperaturreaktoren oder Salzschmelzereaktoren. Sie zielen unter anderem auf bessere Brennstoffnutzung, höhere Temperaturen, weniger langlebige Abfälle oder neue Anwendungen, sind aber grossenteils noch nicht kommerziell breit verfügbar.[1][2][3][4] Sollte die Schweiz das Kernenergieverbot aufheben und neue Kraftwerke konkret planen, kommen nur neue Technologien (mindestens Generation III+) in Frage.
Small Modular Reactors (SMR) sind kleinere, modular kombinierbare Reaktoren, mit typischerweise bis etwa 300 MWe elektrischer Leistung. Sie sind einfacher aufgebaut, setzen auf Serienfertigung und sind flexibler einsetzbar, was zu tieferen Kosten führt. Dazu tragen standardisierte Module, Vorfertigung in Fabriken, kleinere Einheiten, potenziell kürzere Bauzeiten bei. Zugleich lassen sich SMRs flexibel und lokal einsetzen, etwa zur Erzeugung von Strom, Fernwärme, Prozesswärme oder Wasserstoff.[1][2]
Ja, aber noch nicht im breiten kommerziellen Serienmarkt. Einzelne kleine Reaktoren sind in Betrieb oder im Bau, etwa in Kanada (Darlington, Ontario[1]); viele weitere Konzepte befinden sich in Genehmigungs-, Demonstrations- oder Projektierungsphasen. Die OECD/NEA hat 127 SMR-Technologien identifiziert und beobachtet davon 74 in ihrem SMR Dashboard 2025.[2][3]38 Staaten haben ausserdem eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Kernkraft bis 2050 verdreifachen zu wollen.[4]